Über uns

Wir sind die deutsche Expertengruppe von Amnesty International zum Thema Folter und bestehen ausschließlich aus ehrenamtlich tätigen Amnesty-Mitgliedern. Unsere Arbeit dient dazu, für die deutschen Amnesty-Mitglieder und die deutsche Bevölkerung Informationen zum Thema Folter bereit zu stellen. Darüber hinaus arbeiten wir an internationalen Anti-Folter-Kampagnen mit. Wir versuchen in Zusammenarbeit mit dem Sekretariat der deutschen Sektion Einfluss auf Wirtschaft und Politik zu nehmen und das Thema „Folter“ auf die Agenda zu setzen. Der zentrale Tag im Jahr ist für uns der 26.Juni, der Internationale Tag zur Unterstützung der Opfer der Folter. In den vergangenen Jahren ist zu diesem Tag leider ein weiterer wichtiger Tag der globalen Anti-Folter-Bewegung hinzugekommen: Der 11. Januar, der Jahrestag des US-Gefangenenlagers Guantánamo. Dort werden seit dem 11. Januar 2002 des Terrorismus verdächtige Personen ohne Anklage festgehalten, misshandelt und gefoltert.

Die inhaltlichen Schwerpunkte unserer Arbeit sind zum einen alle Fragen, die sich mit den völkerrechtlichen Grundlagen des absoluten Folterverbots beschäftigen. Die zentralen internationalen Dokumente, für deren Umsetzung wir eintreten, sind die UN-Anti-Folterkonvention sowie das Zusatzprotokoll zur Anti-Folter-Konvention. Auf der anderen Seite beschäftigen uns seit 2001 zunehmend diejenigen Tendenzen, die dieses absolute Verbot aufzuweichen versuchen: Global gesehen der so genannte „Krieg gegen den Terrorismus“ und auf Deutschland bezogen zusätzlich der „Fall Daschner“ und somit die Gefahr der Aufweichung des absoluten Folterverbots.

 

Über Amnesty International

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Am Anfang von Amnesty International steht ein Trinkspruch: Zwei portugiesische Studenten stoßen in einem Café in Lissabon auf die Freiheit an. Doch in den Sechzigerjahren herrscht in Portugal eine Diktatur, die keine Kritik duldet – die Erwähnung des Wortes „Freiheit“ ist verboten. Die zwei Studenten werden festgenommen und später zu sieben Jahren Haft verurteilt.

1.500 Kilometer entfernt fährt der 39-jährige Anwalt Peter Benenson im November 1960 mit der Londoner U-Bahn in seine Kanzlei, als er in der Zeitung eine Meldung über das Urteil gegen die beiden Portugiesen liest. Es ist nicht das erste Mal, dass er erfährt, dass Menschen wegen ihrer Gesinnung verfolgt und eingesperrt werden. Doch die Meldung aus Lissabon geht ihm nicht mehr aus dem Kopf. Benenson will nicht mehr länger über solches Unrecht lesen, er will etwas tun. Er weiß nur noch nicht, wie. Aufgewühlt läuft er durch die Straßen Londons. In der Kirche St. Martin in the Fields kommt ihm der Gedanke:

„Wenn eine einzelne Person protestiert, bewirkt das nur wenig, aber wenn es viele Leute gleichzeitig tun würden, könnte es einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen.“

Am 28. Mai 1961 veröffentlicht er in der Zeitung „The Observer“ den Artikel „The Forgotten Prisoners“, der mit den Worten beginnt: „Schlagen Sie Ihre Zeitung an irgendeinem beliebigen Tag auf, und Sie werden eine Meldung aus irgendeinem Teil der Welt lesen: Ein Mensch ist eingekerkert, gefoltert, hingerichtet worden, weil seine Ansichten oder religiösen Überzeugungen nicht mit denen der Regierung übereinstimmen.“ Benenson fordert die Leserinnen und Leser auf, mit Appellschreiben öffentlichen Druck auf die Regierungen zu machen und von ihnen die Freilassung politischer Gefangener zu fordern. Dieser „Appeal for Amnesty“ ist der Beginn von Amnesty International.

Die Resonanz ist überwältigend. 30 große Zeitungen in verschiedenen Ländern drucken den Artikel nach. Allein in den ersten Wochen melden sich mehr als Tausend interessierte Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Im Juli 1961 wird beschlossen, die ursprünglich auf ein Jahr angelegte internationale Kampagne in eine feste Organisation zu verwandeln. Am Ende des Jahres gibt es Sektionen in West-Deutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen, Australien und den USA. Im September 1962 wird auf dem internationalen Treffen in Brügge endgültig der Name „Amnesty International“ für die noch junge Organisation festgelegt.

Heute ist Amnesty eine weltweite Bewegung, die in über 150 Ländern vertreten ist. Über sieben Millionen Mitglieder, Unterstützerinnen und Unterstützer sowie Aktivistinnen und Aktivisten setzen sich dafür ein, dass auch 50 Jahre nach Benensons Appell die politischen Gefangenen dieser Welt nicht vergessen werden.

1. Januar 2019