Die hohe Anzahl von Femiziden und von geschlechtsspezifischer Gewalt hielten an und die Unterstützungsdienste für Frauen, die unter Gewalt leiden, wurden gekürzt. Journalist/innen erlebten Gewalt inmitten schrumpfender Bürgerräume. Die gewaltsame Repression der Behörden setzte sich als Reaktion auf Proteste fort. Rigide Sparmaßnahmen betrafen besonders ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen.
Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit
Wie in vielen Ländern des amerikanischen Kontinents wurden 2025 auch in Argentinien die Rechte auf Meinungs-, Vereinigungs- und Versammlungsfreiheit eingeschränkt, was zu einer Verengung des zivilgesellschaftlichen Handlungsspielraums führte.
Im Laufe des Jahres kam es zu unzulässigen Einschränkungen von Protesten. Mehrfach setzten die Behörden rechtswidrige Gewalt ein, um friedliche Demonstrationen aufzulösen oder die Teilnehmenden zu drangsalieren.
Ähnliche Vorkommnisse aus den Vorjahren blieben auch 2025 ungeahndet. Demonstrierende wurden auf und nach Protesten willkürlich festgenommen und daraufhin strafrechtlich verfolgt, was den Missbrauch staatlicher Strafgewalt zur Einschränkung der Rechte auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit verdeutlichte.
Verletzung von Protestierenden durch Sicherheitskräfte in Argentinien
Die Beschränkungen und Unterdrückung friedlicher Proteste, auch durch rechtswidrige Gewaltanwendung, nahmen nach dem Inkrafttreten der Resolution 943/2023 des Ministeriums für nationale Sicherheit weiter zu. Von Dezember 2024 bis November 2025 gab es mindestens 1.341 Fälle von Personen, die angeblich von staatlichen Agenten verletzt wurden, von denen 155 ältere Menschen waren, und 184 für die Medien arbeiteten. Mindestens zwei Menschen waren von Gummigeschossen in Kopf und Gesicht getroffen worden.
Am 12. März wurde der Fotojournalist Pablo Grillo schwer verletzt, als er von einem Tränengaskanister, der unrechtmäßig von einem Nationalen Gendarmerie-Offizier abgefeuert wurde, am Kopf getroffen wurde. Der Vorfall ereignete sich während eines Marsches zur Unterstützung von Rentnern. Jonathan Navarro verlor sein linkes Auge, als er während desselben Marsches mit einer kinetischen Schlagwaffe von einem Offizier der Marinepräfektur getroffen wurde.
https://www.amnesty.org/en/location/americas/south-america/argentina/report-argentina/
https://www.amnesty.de/amnesty-report/regionalkapitel-amerika-2025