Jahresbericht Brasilien 2024

Unter dem Banner des „Krieges gegen Drogen“ setzte sich die
alarmierende Polizeigewalt fort.
Kinder, insbesondere schwarze Jugendliche, waren weiterhin dem Risiko
eines gewaltsamen Todes ausgesetzt. Menschenrechtsverletzungen durch
staatliche Akteure blieben straffrei. Brasilien blieb eines der gefährlichsten
Länder für Landrechtsverteidiger/innen, besonders für indigene und
Quilombola-verteidiger/innen. Es gab weiterhin Prozesse wegen der Tötung
zahlreicher Menschenrechtsverteidiger/innen.

Meinungsfreiheit, Recht auf friedliche Versammlung

Daten, die 2024 von der brasilianischen Vereinigung für investigativen
Journalismus veröffentlicht wurden, belegen 330 Angriffe auf Journalisten und
Journalistinnen im Jahr 2023. Diese Angriffe beinhalteten u.a. körperliche
Übergriffe sowie zivil- und strafrechtliche Klagen. Die Mehrheit der Angreifer
waren staatliche Akteure, sie machten 55,7 % der Fälle aus.

Exzessive Gewaltanwendung

Alarmierende Polizeigewalt hielt unter dem Deckmantel des „Krieges gegen
Drogen“ an. Laut Informationen des brasilianischen Forums für öffentliche
Sicherheit, die im Jahr 2024 veröffentlicht wurden, gab es zwischen 2013 und
2023 einen Anstieg der von der Polizei begangenen Tötungsdelikte von 188,9 %,
mit 6393 Todesfällen im Jahr 2023.
Die meisten Opfer waren Schwarze und Jugendliche, mit 82,7% bzw. 71,7% der
Fälle.Kinderrechte
Der Kongress diskutierte Vorschläge zur Herabsetzung des Mindestalters für
Strafmündigkeit und zur Verlängerung der Strafmaße für Kinder.
2024 veröffentlichte Daten von UNICEF enthüllten, das zwischen 2021 und 2023
mindestens 15101 Kinder Opfer eines gewaltsamen Todes wurden. 82,9 % von
ihnen waren schwarze Kinder und Jugendliche. Das Sterberisiko für junge
Schwarze war im gleichen Zeitraum 4,4-mal höher als das von weißen jungen
Menschen. Im Jahr 2023 wurden 900 Kinder und Jugendliche von Polizeikräften
getötet.

https://www.amnesty.org/en/location/americas/south-america/brazil/report-brazil/

12. November 2025